Garten- & Landschaftsbau-Verband

Eschensterben – müssen tatsächlich alle Eschen gefällt werden?

Innung Wien 1 smalNach einer konstruktiven Arbeitssitzung im Februar geben Baumsachverständige eine gemeinsame­ ­Stellungnahme zum Umgang mit Eschen außerhalb von Waldstandorten ab.

Unsere heimische Esche (Fraxinus excelsior) wird durch den eingeschleppten Pilz Eschen-Stängelbecherchen (Hymenoscyphus fraxineus) akut gefährdet. Aufgrund des verbreiteten Pilzbefalls werden Eschen derzeit generell als „gefährlich“ angesehen und häufig bereits vorsorglich gefällt.
Zu den wichtigsten Aufgaben von Baumexperten zählt, neben der Vermeidung von Personen- und Sachschäden, der möglichst lange Erhalt von nicht forstlich genutzten Baumbeständen.

Aus diesem Grund hat die Österreichische Gartenbau-Gesellschaft (ÖGG) in Kooperation mit der Landesinnung Wien der Gärtner und Floristen am 19. Februar zu einem Expertentreffen zum Thema Eschensterben eingeladen.

Intensive Diskussionen der Experten aus Forschung und Praxis hinsichtlich der Beurteilung des Schadensausmaßes durch den Pilz und dessen ursächliche Auswirkung auf die Verkehrssicherheit der Eschenbäume führten zu folgendem Resümee.

Resümee und Empfehlungen
Die Entwicklung der Krankheit wird wesentlich vom Standort beeinflusst. Eschen im Siedlungsraum und in der Kulturlandschaft sind in vielen Fällen in geringerem Ausmaß vom Eschensterben betroffen als Eschen in geschlossenen Beständen. Grundsätzlich ist daher zwischen Eschen in einem Waldbestand und aus einem Einzelstandort zu unterscheiden.

Auf Einzelstandorten ist es für Sachverständige im Rahmen der notwendigen regelmäßigen Baumkontrollen möglich, die Verkehrssicherheit der Bäume zu beurteilen.

Eschensterben Stammfuss mir Rindennekrose 2 preview smalDie vorsorgliche Fällung aller Eschen, vor allem der gesunden, ist nicht notwendig und verringert auch die Chance der Ausbildung einer natürlichen Resistenz, die für die Erhaltung der Baumart Esche so wichtig ist.

Die Baumsachverständigen empfehlen daher, dem Gesundheitszustand von Eschen besonderes Augenmerk zu schenken und nur in begründeten Situationen Fällempfehlungen auszusprechen.
Die Teilnehmer des Arbeitsgesprächs Eschensterben in alphabetischer Reihenfolge: Ing. Martin Brandstetter, KommR Ing. Herbert Eipeldauer, DI Dr. Peter Fischer-Colbrie, Marcus Geyer-Grois, HND-arbor, Aaron Griesbacher, Remy Gschwandtner, Ing. Günter Haderer, Priv.-Doz. DI Dr. Thomas Kirisits, Ing. Joseph Klaffenböck, DI Rainer Klima, DI Bettina Mettauer, Dipl.-HLFL-Ing. Werner Münzker, DI Roman Novak, Rainer Prosenz, Ing. Martin Steinbauer, DI Dr. Christian Tomiczek, Mag. Alexander Wagner, DI Helga Zodl.

 

 

 

 

 

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