Garten- & Landschaftsbau-Verband

Laubdach statt Sonnenschirm

Carpinus betulus smalVor allem in kleineren Gärten werden in Form geschnittene Bäume als natürliche Schattenspender statt der Markise oder einem vom Winde verwehten Sonnenschirm gepflanzt.
Ein „Schattendach“ aus Laubgehölzen wird in Baumschulen mit einem runden oder quadratischen Kronendach vorgezogen. Dieser Sonnenschutz hat viel mit einem Laubwald gemeinsam: Er spendet Schatten und sorgt für natürliche Kühle. Wo normal wachsende Bäume schon eine stattliche Größe erreichen müssen, können diese Sonderformen auch in kleineren Gärten Verwendung finden.

Schattenspender für jede Anforderung Die Vorreiter für diese Baumform waren Platanen (Platanusorientalis), heute werden auch andere Baumarten, wie zum Beispiel Eichen (Quercus), Amberbäume (Liquidamberstyraciflua), Linden (Tiliacordata) oder Blutpflaumen (Prunuscerasifera ‚Nigra‘) aufgeschult. Diese Laubgehölze bilden in den Sommermonaten durch ihre dichte Belaubung einen regelrechten Schirm für zu beschattende Sitzecken und Terrassen oder eine umlaufende Baumbank. Um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden, findet man auch noch verschiedene Stammhöhe im Angebot der Baumschulen (225 Zentimeter, 330 Zentimeter oder 440 Zentimeter).

Gegen die Sonne Spalier stehen Wer sich gegen Sonnenstrahlen in den Morgen- oder Abendstunden schützen möchte, pflanzt Spalierformen ein. Die tief stehende Sonne, aber auch die Einsicht von Nachbarn können so durch eine senkrechte Wand abgehalten werden. Hierfür werden Bäume ab einer Stammhöhe von 50 Zentimeter und einer Spalierhöhe von bis zu 250 Zentimeter aufgeschult. Für die jeweiligen Standortbedingungen gibt es, ähnlich wie bei den Dachspalieren, eine gute Sortenauswahl, wobei Ahorn-Sorten und Hainbuchen zu den beliebtesten zählen.

Platanus acerifolia smalAlle diese Spalierbäume brauchen einen regelmäßigen Formschnitt. Die hochwachsenden Jahrestriebe müssen idealerweise im Frühjahr (Februar bis Anfang März) eingekürzt oder eingeflochten werden. Hiermit kann eine schöne Form beibehalten werden, außerdem gewinnt das Spalier an Dichte für einen besseren Sonnenschutz. Je nach Pflanzgröße, mindestens jedoch mit einem Stammumfang von 18 bis 20 Zentimetern, kann innerhalb von zwei Vegetationsperioden ein guter Schattenspender heranwachsen.
Grüne Sonnenschirme Aber auch mehrstämmige Bäume bilden ein gutes Laubdach und ähneln ebenfalls einem Sonnenschirm, hier zählen Birken (Betula) neben Kupferfelsenbirne (Amelanchierlarmackii) zu den beliebtesten, weiters werden diverse Zierapfelsorten (Malus) angeboten.
Wer Nadelgehölze bevorzugt, ist mit einer auf Schirmform gezogenen Föhre (PinusnigraAustriaca) immer gut beraten.
Es muss aber nicht immer eine streng vorgezogene Krone sein, auch natürlich wachsende schirmförmige Kronen sind gut als Schattenspender einsetzbar. Der Seidenbaum (AlbiziajulibrissinUmbrella) wächst in der Thermenregion in windgeschützten, sonnigen Lagen zu großzügigen Schattenspendern ohne großen Schnittaufwand gut heran. In Böden ohne Staunässe kann die Hängeulme (UlmusglabraPendula) für Leseecken eingeplant werden, sie wird von ihren Besitzern sicher für ihre schützende Höhlenbildung geliebt.

Tilia cordata smalAls anspruchsloser Baum gilt der Hänge- oder Schirm-Ginkgo (Ginkgo bilobaPedula), dessen Gattung schon seit Jahrtausenden in unseren Breitegraden angesiedelt ist.

Ebenso können Rank- und Kletterpflanzen in Kombination zu einer Pergola oder Rankhilfe zu relativ raschen Schattenspendern herangezogen werden. Auch bei diesen Pflanzen gibt es genügend Sortenauswahl für jeden Standort und unterschiedliche Bodenansprüche. Je nach Klima können sie einen angenehmen Nebeneffekt als Naschobst haben, wie zum Beispiel Kiwi (Actinidiadeliciosa) oder Wein (Vitis in Sorten).

Ob blühend, mit schöner Herbstfärbung oder wintergrün – bei diesem Angebot findet jeder seinen persönlichen natürlichen Beschatter.

Text: Ing. Brigitte Dunkl. Fotos: Kramer & Kramer.

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