Garten- & Landschaftsbau-Verband

Lebende Zäune

Mobile Hecken 01 smalFür die einen ein Sichtschutz, für die anderen ein Lebensraum: Gartenhecken sind wahre Multitalente. Einerseits bilden sie eine natürliche, gewachsene Abgrenzung, schützen vor neugierigen Blicken ebenso wie vor Lärm und reinigen dabei auch noch die Luft. Und sie erfüllen eine wichtige ökologische Funktion.

Wer sich nicht hinter Holzlatten oder steinernen Mauern verstecken will und auch den Ausblick auf Maschendrahtzäune nicht sonderlich schätzt, gleichzeitig aber das Sonntagsfrühstück nicht im „Gartenschaufenster“ verbringen möchte, findet in grünen Hecken eine ideale Lösung. Als lebendiger Sichtschutz schaffen Hecken Privatsphäre ohne einzusperren und sind wichtiger Lebensraum für Vögel, zahlreiche weitere Tier- und Insektenarten oder Schmetterlinge.

Die Einsatzbereiche von Hecken sind vielfältig. Sie grenzen den Garten zu den Nachbarn oder zur Straße hin ab und schaffen sichtgeschützte Refugien. Sie können einen Sitzplatz Rückendeckung geben oder einen grünen Rahmen für Blumen- und Gemüsebeete bilden. Genauso gut eignen sich Hecken um den Blick auf den Komposthaufen zu verstellen oder können als Gliederungselemente im großen Garten dienen. Die Auswahl der Pflanzen und die Möglichkeiten der Gestaltung sind vielfältig und richten sich in erster Linie nach der gewünschten Funktion, die die Hecke erfüllen soll. Ist beispielsweise ein ganzjähriger Sichtschutz gewollt, dann eignen sich immergrüne Gehölze, wie Eibe, Thuje oder Kirschlorbeer am besten. Laubabwerfende Hecken hingegen geben im Winter zwar den Blick auf das was dahinter liegt frei, bringen im Frühling und Sommer dafür Farbenpracht in den Garten. Die Blätter der Hainbuche verfärben sich beispielsweise leuchtend Gelb wenn die Tage kürzer werden, oder Rosenhecken sorgen die ganze Sommersaison über für Blütenpracht am Gartenzaun.

Hat man einen großen Garten mit viel Platz zur Verfügung, können auch freiwachsende Blütenhecken gepflanzt werden. Für kleine Gärten oder schmale Vorgärten eignen sich Formschnitthecken am besten. Diese haben einen geringen Platzbedarf, müssen allerdings regelmäßig geschnitten und in Zaum gehalten werden, damit sie sich nicht zu weit ausdehnen und in die Breite wachsen. Darüber hinaus verhindert der Formschnitt auch das Kahlwerden im unteren Bereich der Hecke.

Mobile Hecken 02 smalFunktionszone Hecke Als grüne Wand bilden Hecken eine attraktive Alternative zu Zäunen und Mauern oder schaffen in Kombination mit allen Arten von Einfriedungen Abwechslung am Gartenzaun. Soll die Hecke als Begrenzung unterschiedlicher Bereiche im Garten dienen, können auch locker gepflanzte Sträucher zur Anwendung kommen. Geht es hingegen darum einen echten Schichtschutz zu „errichten“, sind dichte und hohe Hecken die erste Wahl. Dabei muss man überlegen, ob dieser Sichtschutz auch im Winter erforderlich ist oder auf die Phase der intensiven Gartennutzung im Sommer beschränkt bleiben soll. In erstem Fall ist die Auswahl naturgemäß eingeschränkt, da ausschließlich immergrüne Arten gepflanzt werden können. Auch die Kombination von ganzjährig sichtgeschützten Bereichen und nur im Sommer verdeckten Zonen sollte dabei überlegt werden.

Neben diesen beiden Hauptfunktionen besitzen Hecken aber auch noch ganz andere Vorteile. So bremsen sie beispielsweise den Wind in windreichen Regionen und können so wesentlich zur Nutzung von Terrassen oder Freiflächen beitragen. Der große Vorteil gegenüber vollständig windundurchlässigen Mauern: Bei Hecken entstehen keine unangenehmen Wind-wirbel. An stark befahrenen Straßen oder gegenüber von Brachflächen spielen Hecken auch ihre Stärke als Staubfilter aus. Besonders wirksam sind dabei weichblättrige und „behaarte“ Laubhecken. Extreme Staubbelastung führt allerdings auch bei der widerstandfähigsten Hecke zu vermindertem Wachstum und schütteren Stellen.

Sehr dichte und eher breitere Hecken können zudem Straßenlärm etwas abschwächen bzw. erträglicher machen. Mit einer Lärmschutzwand – die sich mit Kletterpflanzen ebenfalls in eine ansehnliche, grüne Schallbarriere verwandeln lässt – kann eine einfache Hecke allerdings nicht mithalten. Um denselben Effekt wie eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand zu erreichen, müsste man schon eine 25 Meter breite Hecke pflanzen.

Lebensraum Gartenhecke Für die Tierwelt bieten Hecken aus heimischen Sträuchern und Gehölzen eine wertvolle Nahrungsquelle und Unterschlupf. Eine ganze Reihe von Tier- und Pflanzenarten nutzt Hecken als naturnahen Lebensraum. In den vergangenen Jahren ist deshalb ein Trend zur naturnahen Hecke zu erkennen. Diese bremst den Siegeszug der Thujen langsam wieder ein. Vor allem in den neugebauten Wohnsiedlungen galt sie lange als das Um und Auf zur Garteneinfassung, da sie vergleichsweise wenig Pflege erfordert und schnell wächst. Meist wurde jedoch darauf vergessen, dass diese nicht heimische Pflanzenart für die meisten Arten giftig ist und den Garten aus ökologischer Sicht verarmen lässt. Mischhecken schaffen hier Abhilfe und bringen die Artenvielfalt zurück in den Garten. Als Naschhecke mit Beerensträuchern bepflanzt, kann die Hecke auch den Bezug von Kindern zu Pflanzen fördern. Haselnuss, Himbeere oder Brombeere eignen sich beispielsweise ausgezeichnet dafür. Mischhecken leisten auch einen Beitrag zur Wahrung des ökologischen Kreislaufs. Von Vögeln, Insekten, Kleinsäugetieren, Reptilien und Amphibien werden sie zahlreich genutzt. Beispielsweise nistet der Zaunkönig gerne im bodennahen Bereich einer Hecke. Auch Igel und Blindschleiche siedeln sich oft in dichten Hecken an. Im Naturgarten kann die Anlage einer Hecke zum ökologischen Herzstück werden und erfüllt dabei auch alle Anforderungen, die an sie gestellt werden.

Mobile Hecke am laufenden Meter Wenn es schnell gehen soll, dann sind Fertighecken eine gute Strategie. „Schnell zum dichten Sichtschutz – das ist der große Trend, der aktuell die Gestaltung von Hecken und Zäunen – sowohl im öffentlichen als auch im privaten Bereich – bestimmt. Mit der mobilen Hecke lassen sich diese beiden Anforderungen perfekt kombinieren. Und auch der Pflegeaufwand beschränkt sich auf ein Minimum“, erklärt Xandl Schmidhammer, Chef der Gärtnerei Hameter im niederösterreichischen Baumgarten. Sie eignen sich nicht nur zur Auspflanzung im Garten, sondern können in Pflanzkörben auch auf Balkon und Terrasse eingesetzt werden. Das patentierte System der Mobilane GmbH beispielsweise besteht aus einzelnen, komplett dicht bewachsenen, sogenannten Heckenmodulen in Höhen von bis zu 2,2o Metern und ist mit ausgewachsenen, immergrünen Efeupflanzen verschiedener Arten bepflanzt. Bereits mit dem Aufstellen der Pflanztröge oder dem Einpflanzen im Garten entsteht eine schlanke, grüne Wand, die das ganze Jahr über Sichtschutz bietet. Als Kletterhilfe dient ein stabiles Stahlgitter. Eine aufwändige oder zeitintensive Pflege ist ebenfalls nicht erforderlich. Damit bietet die Hecke „am laufenden Meter“ nicht nur im privaten Bereich vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Auch in kommunalen oder öffentlichen Bereichen schafft sie einen gepflegten architektonischen Rahmen und gewährleistet damit ebenso einen natürlichen Sichtschutz für bislang offene oder einsichtbare Außenbereiche – beispielsweise in Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern oder Seniorenresidenzen.

Bunte Mischung Bevor eine Hecke angelegt wird, sollte man grundsätzlich die Wünsche und Anforderungen an die grüne Wand definieren, ebenso wie den Zeit- und Pflegeaufwand, den der Kunde bereit ist in die Hecke zu investieren. Prinzipiell gilt: Je natürlicher, desto geringer auch der Aufwand. Frei wachsende Hecken ohne Schnitt können jedoch riesig werden und einen erheblichen Teil des Gartens einnehmen. Ohne regelmäßigen Rückschnitt zwei Mal im Jahr können die Zweige bis zu zwei Meter ausladend werden. Ein Problem, vor allem in kleinen Gärten.

Wachsen im Garten viele Blumen oder werden Obst und Gemüse gezüchtet, kann eine homogene Hecke einen ruhigen Hintergrund bilden. Überwiegt ohnehin das Grün im Garten, bringt beispielsweise eine gemischte Hecke Lebendigkeit in den Freiraum. Wählt man dabei Gehölze, die zu unterschiedlichen Zeiten blühen, ist die ganze Saison über für Abwechslung gesorgt. So schmücken beispielsweise Forsythie und Berberitze das Heckengrün schon ab April mit leuchtenden Gelbtönen. Flieder, Weißdorn oder Spierstrauch sorgen im Mai mit viel Weiß für einen eindrucksvollen Hintergrund. Die Schneebeere leuchtet ab Juni, der Fünffingerstrauch taucht dann den Garten in ein sattes Orange. Im August blühen beispielsweise Hibiscus oder Bartblume. Und im Herbst entfachen alle Arten von Beeren- und Laub-sträuchern ein farbenfrohes Feuerwerk im Garten, bevor sich dieser in die wohlverdiente Winterruhe begibt.

TEXT: TOM CERVINKA  FOTOS: FOTOLIA, MOBILANE, PIXABAY

 

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