Garten- & Landschaftsbau-Verband

Natürliche Wege ins Grüne

Natursteine 01 smalÜber Natursteine in den Traumgarten schreiten, das wünschen sich viele Bauherren und Gartenbesitzer. Natursteine zählen zu den ursprünglichsten Baustoffen überhaupt, sind ewig haltbar, benötigen kaum Pflege – und sind vielfältig einsetzbar.

Um dem Garten Strukturen zu verleihen, die durch Individualität und Qualität bestechen und dabei natürliches Flair zu bewahren, sind Natursteine ideale Materialien. Regionale Steinsorten fügen sich besonders harmonisch ins Grün ein. Die Wünsche der Kunden sind dabei vielfältig – und individuell. „Deshalb ist nutzungsgerechtes Planen das A und O“, weiß Ing. Peter Nowotny, Pflasterermeister, Sachverständiger und Bundessprecher der Pflasterer Österreichs. „Der Kunde muss die Richtung vorgeben, es soll ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Pflaster- und Grünflächen entstehen, und der Naturstein soll sinnvoll eingesetzt werden“, sieht er die Grundlagen. Daraus ergeben sich oft schon in der Planung Ideen für Terrasse, Poolbereich, Gartenwege, das Überwinden von Höhenunterschieden mit Stufen und Mauern sowie Nutz- und Wirtschaftsbereiche. „Unbedingt zu beachten ist, dass alles, was an den unmittelbaren Wohnbereich angrenzt, in Bettung und Fuge vermörtelt sein sollte. Dadurch können die Flächen leicht gereinigt werden, es entsteht kein unerwünschter Bewuchs in den Fugen und der schöne Parkettboden im Innenbereich leidet nicht unter dem Absanden der ungebundenen Fugenfüllung. So ergibt das Natursteinpflaster quasi eine „Fußmatte“ zum Innenbereich“, erläutert Nowotny.

Guter Granit aus Österreich Der derzeitige Trend bei Pflasterungen geht in beige und gelbliche Farbtöne. Das kann bei gelblichen Graniten problematisch sein, denn sie sind oft nicht frost- und frost-/tausalzbeständig. Wird ein solcher Naturstein im heimischen Garten verwendet, kann es nach dem ersten Winter zum Brechen und Zerbröseln des Steins kommen. „Wenn dieser Farbton gewünscht ist, ist es besser auf heimische Betonprodukte auszuweichen“, so der Fachmann. Der Kunde sollte also Prioritäten setzen: Ist die Farbe wichtiger oder heimische Natursteinprodukte mit garantierter Qualität, die Arbeitsplätze im eigenen Land sichern, mit modernen Maschinen gefertigt und auf kurzen Transportwegen geliefert werden.

Natursteine 02 smalDie Farbpalette der österreichischen Granite bietet zahlreiche Möglichkeiten: Von Hellgrau bis Anthrazit findet man viele beliebte und universell einsetzbare Farbtöne. Der Südtiroler Porphyr geht ins Rötlich/Bräunliche. Heimische Steinbrüche bieten also für fast jeden Geschmack das passende Produkt – mit vielen Vorteilen: Granit und Porphyr aus unseren Breiten sind hoch witterungsbeständig, frost- und frost-/tausalzbeständig, hoch abriebfest, sie nehmen wenig Schmutz auf und sind leicht zu reinigen. Dabei gibt es Platten in jeglicher Dimension, Steine von Mosaikgröße (ca. 4 x 4 Zentimeter) bis zu Großsteinen im Format 18 x 18 Zentimeter. Passend dazu sind Randeinfassungssteine, Stufenplatten, Mauersteine sowie Accessoires, wie Sitzmöbel, Stehlen, Quellsteine, Hochbeete und vieles mehr erhältlich. Die Oberflächen können naturgespalten, gestockt oder gestrahlt, aber auch geflammt sein. Einen besonderen Effekt erzielt man durch Bürsten der Oberfläche. Die Steine bekommen dann einen edlen Glanz und besitzen eine gute Haptik. Die erforderliche Rutschsicherheit ist in jedem Fall gegeben.

Fächenbefestigung richtig gemacht Bei der Verbauung räumt Peter Nowotny gleich mit einer althergebrachten Meinung auf: „Noch immer hört man oft von 80 Zentimeter Aushub, Auffüllen mit 50 Zentimeter Schottermaterial, 20 Zentimeter Grädermaterial und die Steine oder Platten oben drauf. Das ist viel zu viel!“, sagt der Profi. Er erklärt: „Die Oberbauherstellung ist in erster Linie abhängig vom anstehenden Boden und der Belastung. Ist der vorhandene Boden sickerfähig, frostsicher und gut verdichtbar, reicht eine Gesamtaufbaudicke von rund 20 Zentimetern für einen begangenen Gartenweg oder eine Terrasse aus“. Natursteine oder -platten sind also fast überall einsetzbar.

Grundsätzlich unterscheidet man zwei Bauweisen für die Pflasterung mit Steinen oder Platten: die ungebundene Bauweise mit Bettung und Fuge ohne Bindemittel und die gebundene mit Bindemittel. „Die gemischte Bauweise, also Bettung ungebunden und Fuge gebunden, ist nicht zu empfehlen, weil sie wesentlich rissanfälliger ist und die thermische Dehnung sich viel deutlicher auswirkt“, wirft Nowotny ein. Wird eine Fläche in der gebundenen Bauweise hergestellt, ist es empfehlenswert, als obere Tragschicht einen Pflasterdrainbeton einzubauen. Das kann die Rissanfälligkeit der gebundenen Fugenfüllung erheblich reduzieren und wirkt im befahrenen Bereich – wie beispielsweise bei einer Garageneinfahrt – lastverteilend. Nowotny ergänzt: „Und auch wenn der Gartenweg noch so schmal ist, eine Einfassung ist nötig!“. Sie dient als klare Abgrenzung zum Grünbereich, ist richtungsweisend und kann auch als optisches Gestaltungselement wirken.

Natursteine im Verband Durch Verbände können Steine oder Platten unterschiedliche optische Wirkungen erzielen. So lassen etwa diagonal angeordnete Fugen eine Fläche größer wirken. Doch nicht mit jedem Format kann jeder Verband hergestellt werden. Details dazu findet man im „Planungshandbuch“ – Planung und Qualitätssicherung für nachhaltige Pflasterflächen, herausgegeben vom Forum Qualitätspflaster (siehe „Buchtipp“). „In den heimischen Granitwerken können die Steine so bestellt werden, dass sie für den gewünschten Verband einsetzbar sind“, weiß der Pflasterermeister.
Ein weiterer Vorteil von Granit ist übrigens seine Wiederverwendbarkeit. „Spätere Umbauarbeiten im Garten sind einfach zu bewerkstelligen, weil zum Beispiel der in der Fläche verlegte Kleinstein auch für eine Beeteinfassung herangezogen werden kann“, erklärt Peter Nowotny. Überdies ist die Nachlieferung heimischer Steine in passender Farbe, Form, Größe und Art über Jahrzehnte gesichert.

Fazit: Natur zum Quadrat Grün ist Natur, Stein ist Natur – das ergibt „Natur zum Quadrat“. Ein grüner Garten und Natursteine ergänzen sich perfekt und schaffen Harmonie. Mit Natursteinen lassen sich individuelle Wünsche erfüllen, tolle Akzente setzen, natürliches Flair bewahren. Regionale Produkte schaffen zudem Werte mit Mehrwert.
Gartenmoden kommen und gehen, aber es gibt ein Material, das überdauert alle Trends: Naturstein.

Fotos: Karl Freingruber GesmbH

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