Garten- & Landschaftsbau-Verband

Goldene Regeln der Bewässerung

bewaesserung grafik 1Beregnungsdichte (mm/h)
5004 Plus FC
Univorm + Düsen 3,0
Druck: 3,1 bar
Wurfweite: 11,2 m
Durchflussmenge: 0,82 m3/h
Viereckverband
Regnerabstand: 11 m

 

bewaesserung grafik 1a

„Wurfweite ist gleich Regnerabstand“. Bei der Planung einer Bewässerungsanlage ­müssen die Regner im Abstand der Wurfweite zueinander positioniert werden. Nur durch diese Überlappung sind eine gleichmäßige Beregnung des Rasens und ein optimaler Einsatz der Ressource Wasser sichergestellt. Experte Ing. Gottfried Geyer verrät Wissenswertes zur richtigen Bewässerung.

Gut geplant ist gut bewässert. Wer bei der Planung an Regnern spart, riskiert eine ungleichmäßige Bewässerung und verbraucht in Summe mehr Wasser. Die Anzahl der Regner zu reduzieren, bedeutet bei Bewässerungsanlagen also nicht Ausdruck von Sparsamkeit, sondern Unwissenheit über deren Wirkungsweise und effizienten Einsatz.

Ein kleines Gedankenexperiment zum Einstieg: Stellen Sie sich doch einmal einen Vollkreis-Getrieberegner als Karussell vor. Die innen sitzenden Kinder bewegen sich langsamer und legen in der gleichen Zeit eine kleinere Wegstrecke zurück als jene, die weiter außen sitzen. Ganz ähnlich ergeht es dem Wasserstrahl, den ein Regner erzeugt. Zwar erzeugt die speziell geformte Düse einen gleichmäßigen Wasserstrahl, doch außen an den Rändern bewegt sich der Strahl in gleicher Zeit über eine viel größere Fläche. Daher kommt pro Quadratmeter eine viel kleinere Wassermenge an als weiter innen. Würden Sie auf der beregneten Fläche Messbecher in gleichbleibenden Abständen vom Regner aufstellen, könnten Sie das ganz einfach nachmessen. Je größer die Entfernung vom Regner, desto geringer ist die Niederschlagsmenge.
Wie kann man bei der Planung von Bewässerungsanlagen sicherstellen, dass die äußeren Bereiche auch genügend Wasser bekommen? Die Beregnungszeit zu verlängern ist sicher keine gute Idee. Bis die weiter entfernten Flächen die richtige Wassermenge bekommen haben, sind die innen liegenden Bereiche schon viel zu nass. Abgesehen davon verschwendet diese
Variante Wasser.

bewaesserung grafik 2Beregnungsdichte (mm/h)
5004 Plus FC
Univorm + Düsen 3,0
Druck: 3,1 bar
Wurfweite: 11,2 m
Durchflussmenge: 0,82 m3/h
Viereckverband
Regnerabstand: 14 m

 

 

bewaesserung grafik 2a

Überlappung sorgt für Ausgleich Die Lösung liegt im richtigen Abstand der Regner zueinander. Dieser entspricht im Idealfall genau der Wurfweite der Regner. „Ein Regner sollte im Betrieb seinen benachbarten Regner noch erreichen“, meint dazu Ing. Gottfried Geyer, Verkaufsleiter für Bewässerung bei Pipelife Austria. Er erläutert weiter: „Genau diese Überlappung sorgt für den Ausgleich, denn die beiden Niederschlagskurven ergänzen sich harmonisch zu
einer ausgeglichenen Linie.“

Grafik 1 zeigt es: Die geringere Niederschlagsmenge am äußeren Randbereich eines Regners wird durch die höhere Wassermenge im Nahbereich des anderen Regners ausgeglichen. Die verteilte Wassermenge ist also auf der gesamten Fläche annähernd gleichmäßig.

In Grafik 2 wird sichtbar, was passiert, wenn die Regner weiter auseinander stehen und sich nur teilweise überlappen. Das Wasser wird ungleichmäßig verteilt, der Rasen bekommt an manchen Stellen zu wenig Wasser und wächst schlechter. Um diesen Nachteil auszugleichen, muss händisch nachgegossen oder die Bewässerungszeit verlängert werden.

Grafik 1: Die geringere Niederschlagsmenge am äußeren Randbereich eines Regners wird durch die höhere Wassermenge im Nahbereich des anderen Regners ausgeglichen. Die verteilte Wassermenge ist also auf der gesamten Fläche annähernd gleichmäßig.

Grafik 1a: Der Regnerabstand entspricht der Wurfweite (elf Meter). Die Niederschlagshöhe beträgt fünf Millimeter pro Stunde, gleichmäßig über die ganze Fläche.

Grafik 2: Das passiert, wenn die Regner weiter auseinander stehen. Das Wasser wird ungleichmäßig verteilt, der Rasen bekommt an manchen Stellen zu wenig Wasser. Um jene Stellen, die nur drei Millimeter Niederschlag pro Stunde erhalten, mit genügend Wasser zu versorgen, muss händisch nachgegossen werden.

Grafik 2a: Der Regnerabstand beträgt 14 Meter (bei einer Wurfweite von elf Meter). Die Niederschlagshöhe liegt zwischen drei und ca. fünf Millimeter. Der unterversorgte Bereich benötigt daher eine Bewässerungsdauer von 1:40 (statt eigentlich 1:00).

Wind als Einflussfaktor berücksichtigen In windreichen Gegenden sollte der Regnerabstand sogar kürzer gewählt werden, weil die Herstellerangaben über die Wurfweite in der Praxis nicht immer erreicht werden können. Die Produzenten ermitteln ihre Angaben zur Wurfweite bei absoluter Windstille bzw. in Hallen. Die Praxis stimmt mit solchen Laborbedingungen aber meist nicht überein.

Die Kriterien der Kunden Für den Laien mag es im Vergleich so aussehen, als sei ein System, das mit weniger Regnern auskommt, das bessere. Hier kommt es für den Planer einer Bewässerungsanlage darauf an, Aufklärungsarbeit bei seinen Kunden zu leisten. Jener Entwurf, der die wenigsten Regner vorsieht, ist im Regelfall nicht der beste. Wie auch beim natürlichen Niederschlag ist die Gleichmäßigkeit der Wasserverteilung entscheidend. Wenn alle Bereiche einer Rasenfläche in gleichem Ausmaß mit Wasser versorgt werden, dann kann die Zeit optimal auf den aktuellen Bedarf abgestimmt werden. So wird im Endeffekt Wasser eingespart. „Bei der Planung einer Bewässerungsanlage sollte die langfristige Zufriedenheit der Kunden mit der Anlage im Vordergrund stehen. Wer bei der Planung Regner spart und einzig die Materialkosten im Auge hat, programmiert Ärger vor“, weiß Gottfried Geyer, der über 37 Jahre Erfahrung in der Bewässerung verfügt.

Text Ing. Gottfried Geyer | Grafiken Pipelife

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